Wie Tech4Good langsam in der Mitte der Gesellschaft ankommt
23 June 2020 - Sascha Stremming


Dieser Blog-Artikel ist Teil einer vierteiligen Serie zum Microsoft Global Social Entrepreneurship Programm, ein Subprogramm von Microsoft for Startups, das durch Impact Hub Berlin als Community Partner unterstützt wird. Lesen Sie Teil eins hier und Teil zwei hier.

 

Wer kennt es nicht? Schon wieder streikt die Maus, und schon wieder brauche ich ein Update um mich in die Videokonferenz einzuwählen. Es ist zum Haare raufen!* Manchmal stelle ich mir ernsthaft die Frage: Wem dient eigentlich Technologie? Haben wir Menschen die Technik nicht erfunden, damit sie uns hilft?

 

Zugegebenermaßen kann uns der Einsatz technischer Hilfsmittel im Arbeitsalltag durchaus nutzen. Inzwischen arbeitet fast ganz Deutschland im Home-Office und sämtliche Industrien oder Dienstleistungssektoren sind durch die Digitalisierung effizienter und produktiver geworden.

 

Vor allem kleine Tech-Startups haben gezeigt, wie sie mit digitalen Hebeln ganze Branchen revolutionieren konnten und es inzwischen mit den Großen aufnehmen können – jetzt sogar vielleicht selbst große Konzerne sind. Ein Trend zeichnet sich dabei aber deutlich ab.

Manchmal stelle ich mir ernsthaft die Frage: Wem dient eigentlich Technologie?

Das Wachstumsparadigma drückt sich in den vergangenen Jahren vor allem durch eines aus: schnell skalieren, in möglichst viele Regionen und maximal profitabel sein. Dabei bleibt oft der Schutz der Privatsphäre auf der Strecke. Aber auch die Arbeitsbedingungen in Startups sind nicht gerade die besten.

 

 

Die Digitalisierung, die viele Chancen geboten hat (#demokratisierung), entpuppt sichdann doch eher als Wolf im Schafspelz. Umso wichtiger, dass die relativ junge Tech4Good-Bewegung zeigt, wie es anders geht.

 

Zwar benutzen auch Tech4Good-Projekte in gleicher Weise ihre Apps, Tools und Plattformen wie „normale“ Tech-Startups zur Skalierung. Allerdings mit einem feinen Unterschied: Tech4Good-Initiativen meistern gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen, skaliert werden Impact und breitenwirksamer Nutzen, nicht Profit.

Tech4Good-Initiativen meistern gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen, skaliert werden Impact und breitenwirksamer Nutzen, nicht Profit.

Teams wie Breeze Technologies zeigen eindrucksvoll, wie Kommunen mit minimalem Investment bessere Luftqualität erzielen. Perto wiederum beweist, wie Massen an Energie und CO2 durch den simplen Austausch von Heizpumpen eingespart werden können. Und siehe da, das kommt langsam auch im gesellschaftlichen Mainstream an.

 

Eine Initiative sticht hervor wie keine der bisher dagewesenen – die WirVsVirus-Bewegung. Aus dem weltweit größten Hackathon der Geschichte sind innerhalb eines Wochenendes im März knapp 1.500 Projekte entstanden (!), die alle gemeinsam die gesellschaftlichen Herausforderungen der Corona-Pandemie bekämpfen.

 

 

Einmalig ist dabei der kollaborative Charakter und Einsatz aller Beteiligten: dies war ein Querschnitt aus privaten Playern, wie großen Konzernen, kleinen Startups, Non-Profit-Organisationen, Einzelpersonen, jungen und alten Bevölkerungsschichten, der Politik und marginalisierten Gruppen. Das Ziel: Tech-Lösungen, die alle den Bürger*innen zugutekommen. Selbstverständlich lief der gesamte Prozess online und digital.

Tech4Good, alles gut? Leider nicht ganz

Tech4Good, alles gut? Leider nicht ganz. Denn wie alle anderen Sozialunternehmer*innen benötigen die Akteure im Sektor strukturellen Support. Zahlen machen das deutlich, wie aus unserem globalen Impact Report (2018) hervorgeht: 66 Prozent aller Social Entrepreneurs brauchen Unterstützung im Gewinnen neuer Kunden sowie User und sogar 72 Prozent benötigen Zugang zu Arbeitsplätzen und Software.

 

Gut ist, dass sich hier einiges in der Szene bewegt. So hat Microsoft gerade das Global Social Entrepreneurship-Programm in Deutschland gestartet, das Tech4Good-Startups in genau den oben genannten Punkten unterstützt: Zugang zu Microsoft-Technologie und Go-to-Market-Unterstützung in der Vermittlung neuer Partner und Kunden.

 

Auch wenn also die Tech4Good-Bewegung langsam im gesellschaftlichen Mainstream ankommt: Support für Sozialunternehmer ist aktuell wichtiger denn je. Unser Fazit: Tech4Good? Weiter, so!

 

*Ironischerweise musste der Autor diesen Blog-Artikel zweimal schreiben, da durch einen Synchronisationsfehler mit der Cloud der Artikel beim ersten Versuch komplett gelöscht wurde.

 

Wer mehr zum Thema Tech4Good und den Bedarfen von Sozialunternehmer*innen erfahren möchte: Am 25. Juni um 17:00 Uhr spricht unsere Mitgründerin Nele Kapretz zum Thema im Dialog mit Robert Heinecke (CEO und Mitgründer von Breeze Technologies) und Andrew Macadam (Western Europe Managing Director for Startups bei Microsoft). Anmeldung und weitere Informationen hier. (Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.)

 

Auf der Programmwebsite finden interessierte Bewerber*innen alle notwendigen Informationen, Anforderungen und FAQ zum Microsoft Global Social Entrepreneurship-Programm. Hier könnt ihr mehr zu Microsofts sozialem Engagement nachlesen und wer bereits von dem Angebot profitieren konnte.

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