„Zebras sind uns sympathischer als Einhörner“ – 5 Fragen an Breeze Technologies
29 May 2020 - Sascha Stremming


Dieser Blog-Artikel ist Teil einer vierteiligen Serie zum Microsoft Global Social Entrepreneurship Programm, ein Subprogramm von Microsoft for Startups, das durch Impact Hub Berlin als Community Partner unterstützt wird. Lesen Sie Teil eins hier.

 

Breeze Technologies ist ein führender Anbieter von modernen Luftqualitätssensoren, -daten und -analysen. Mit Hilfe des Internets der Dinge und Künstlicher Intelligenz hilft das Startup Unternehmen und Städten, bessere Luftreinhaltepläne zu entwickeln und eine lebenswertere Umwelt zu schaffen. Das Team wurde 2015 gegründet und unter anderem im EU-Parlament als eines der vielversprechendsten europäischen Startups gewürdigt und erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen. Die Gründer Robert Heinecke und Sascha Kuntze wurden als „Forbes 30 Unter 30“ gelistet.

 

Impact Hub Berlin: Was hat dich motiviert Breeze Technologies zu gründen?

 

Robert Heinecke, CEO: Im Winter 2014 habe ich in Istanbul gearbeitet und war zum ersten Mal mit einer wirklich schlechten Luftqualität konfrontiert. Die Lage war damals so prekär, dass man nicht einmal über den Bosporus von der einen auf die andere Stadtseite sehen konnte. Gleichzeitig hatte die Politik keine passende Strategie um das Problem einzugrenzen und anzugehen.

 

Ich hab mich dann damals zum ersten mal mit Smog beschäftigt und über welche Strategien Städte überhaupt zur Smogvermeidung verfügen.

 

Ich hab mich dann damals zum ersten mal mit Smog beschäftigt und über welche Strategien Städte überhaupt zur Smogvermeidung verfügen. Wir haben uns dann die Problematik genauer angesehen und festgestellt, dass die Messtechnik und Datenverarbeitung aus Paradigmen der 1960er und 1970er stammt. So kam eins zum anderen und Breeze Technologies wurde geboren.

 

Im ersten Schritt helfen wir jetzt den Städten Daten zu schaffen um Luftreinhaltung zu betreiben. Im zweiten Schritt unterstützen wir die Behörden auch zu verstehen, welche Maßnahmen wirklich helfen, um die Luftqualität zu verbessern.

 

Bildrechte: Breeze Technologies

 

Mit Breeze Technologies zeigt ihr par excellence wie Technologie ökologischen Impact erzeugen kann. Was war denn zuerst? Die Passion für Technologie oder die Motivation einen wirkungsvollen Beitrag zum Klima zu leisten?

 

Diese Unterscheidung ist eigentlich gar nicht so klar voneinander trennbar. Ich und meine Mitgründer kamen auf jeden Fall eher aus einem technologischen bzw. Informatik-Hintergrund an die Sache. Und so kam dann eins zum anderen. Die Impact-Motivation bestand aber von Anfang an und wir sind ja auch erstmal vom Problem ausgegangen. Die Technologie hat uns einfach ermöglicht hier in die Richtung saubere Luft zu arbeiten.

 

Ihr seid auch Teilnehmende beim Microsoft Global Social Entrepreneurship Programm. Wie hilft euch diese Partnerschaft?

 

Mit Microsoft als Partner verbindet uns schon eine längere gemeinsame Geschichte. Wir waren bereits Teilnehmende beim AI for Earth Programm und aktuell hat uns Microsoft unterstützt, ein Showcase Projekt in Hamburg aufzusetzen: Hier können wir unser Produkt live in der Praxis zeigen. Was besonders interessant und nützlich ist für uns, sind natürlich die Azure-Cloud-Services, auf der wir unsere künstliche Intelligenz weiterentwickeln konnten.

 

Das Microsoft Global Startup Programm hilft uns jetzt den nächsten Schritt zu gehen

 

Das Microsoft Global Startup Programm hilft uns jetzt den nächsten Schritt zu gehen: Microsoft hat sehr viele Kontakte zu Unternehmen und Städten weltweit – hier versuchen wir gerade zu erarbeiten, wie wir auch zusammen in der Kundenansprache als ein Team auftreten können. In den letzten Wochen sind auch noch mehr Benefits hinzugekommen wie die Power BI Software oder das Entwicklertool GitHub.

 

Was denn war euer größter Fuck-up auf und was könnt ihr anderen Teams raten?

 

Unsere größte Erkenntnis ist fast schon ein no-brainer: Anfangs haben wir sehr viel Zeit in die Kundenakquise gesteckt, die Betreuung unserer Kunden aber viel zu vernachlässigt. Mit dem Ergebnis, dass wir dann viele Partner nach Ablauf der ersten Verträge wieder verloren haben.

 

Bildrechte: Microsoft

 

Den Kundenkontakt zu halten hat sich als das A und O bei uns herausgestellt. Daher: Investiert so früh wie möglich in Kundensupport! Wir haben schließlich Hannah eingestellt, die sich als Head of Operations darum kümmert, dass alle glücklich sind. Kundenbetreuung frisst natürlich Zeit, zahlt sich aber definitiv um Up-Selling wieder aus. Außerdem bekommen wir unheimlich viel Feedback, das unser Produkt immer besser macht.

 

Zebra oder Einhorn?

 

Wir haben von Anfang kein Wagniskapital über VCs eingesammelt und sind trotzdem 150-200 Prozent jährlich gewachsen. Damit geht es uns auch aktuell noch immer gut. Wir planen gerade viel in die EU und auch darüber hinaus zu expandieren. Im Moment entwickeln wir auch noch ein Buschfeuererkennungs-Projekt in den USA, das ist sehr spannend. Luftverschmutzung zu vermeiden und eine lebenswertere Umwelt zu schaffen, das steht bei uns nach wie vor im Mittelpunkt. Und ansonsten sind uns Zebras eindeutig sympathischer als Einhörner.

 

Vielen Dank für das Interview! Unsere Empfehlung: Besucht das Breeze Technologies Luftqualitäts-Bürgerportal.

 

Auf der Programmwebsite finden interessierte Bewerber*innen alle notwendigen Informationen, Anforderungen und FAQ zum Microsoft Global Social Entrepreneurship-Programm. Hier könnt ihr mehr zu Microsofts sozialem Engagement nachlesen und wer bereits von dem Angebot profitieren konnte.

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