Dieser Blog-Artikel ist Teil einer vierteiligen Serie zum Microsoft Global Social Entrepreneurship Programm, ein Subprogramm von Microsoft for Startups, das durch Impact Hub Berlin als Community Partner unterstützt wird. Lesen Sie Teil eins hier und Teil zwei hier.

 

Wer kennt es nicht? Schon wieder streikt die Maus, und schon wieder brauche ich ein Update um mich in die Videokonferenz einzuwählen. Es ist zum Haare raufen!* Manchmal stelle ich mir ernsthaft die Frage: Wem dient eigentlich Technologie? Haben wir Menschen die Technik nicht erfunden, damit sie uns hilft?

 

Zugegebenermaßen kann uns der Einsatz technischer Hilfsmittel im Arbeitsalltag durchaus nutzen. Inzwischen arbeitet fast ganz Deutschland im Home-Office und sämtliche Industrien oder Dienstleistungssektoren sind durch die Digitalisierung effizienter und produktiver geworden.

 

Vor allem kleine Tech-Startups haben gezeigt, wie sie mit digitalen Hebeln ganze Branchen revolutionieren konnten und es inzwischen mit den Großen aufnehmen können – jetzt sogar vielleicht selbst große Konzerne sind. Ein Trend zeichnet sich dabei aber deutlich ab.

Manchmal stelle ich mir ernsthaft die Frage: Wem dient eigentlich Technologie?

Das Wachstumsparadigma drückt sich in den vergangenen Jahren vor allem durch eines aus: schnell skalieren, in möglichst viele Regionen und maximal profitabel sein. Dabei bleibt oft der Schutz der Privatsphäre auf der Strecke. Aber auch die Arbeitsbedingungen in Startups sind nicht gerade die besten.

 

 

Die Digitalisierung, die viele Chancen geboten hat (#demokratisierung), entpuppt sichdann doch eher als Wolf im Schafspelz. Umso wichtiger, dass die relativ junge Tech4Good-Bewegung zeigt, wie es anders geht.

 

Zwar benutzen auch Tech4Good-Projekte in gleicher Weise ihre Apps, Tools und Plattformen wie „normale“ Tech-Startups zur Skalierung. Allerdings mit einem feinen Unterschied: Tech4Good-Initiativen meistern gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen, skaliert werden Impact und breitenwirksamer Nutzen, nicht Profit.

Tech4Good-Initiativen meistern gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen, skaliert werden Impact und breitenwirksamer Nutzen, nicht Profit.

Teams wie Breeze Technologies zeigen eindrucksvoll, wie Kommunen mit minimalem Investment bessere Luftqualität erzielen. Perto wiederum beweist, wie Massen an Energie und CO2 durch den simplen Austausch von Heizpumpen eingespart werden können. Und siehe da, das kommt langsam auch im gesellschaftlichen Mainstream an.

 

Eine Initiative sticht hervor wie keine der bisher dagewesenen – die WirVsVirus-Bewegung. Aus dem weltweit größten Hackathon der Geschichte sind innerhalb eines Wochenendes im März knapp 1.500 Projekte entstanden (!), die alle gemeinsam die gesellschaftlichen Herausforderungen der Corona-Pandemie bekämpfen.

 

 

Einmalig ist dabei der kollaborative Charakter und Einsatz aller Beteiligten: dies war ein Querschnitt aus privaten Playern, wie großen Konzernen, kleinen Startups, Non-Profit-Organisationen, Einzelpersonen, jungen und alten Bevölkerungsschichten, der Politik und marginalisierten Gruppen. Das Ziel: Tech-Lösungen, die alle den Bürger*innen zugutekommen. Selbstverständlich lief der gesamte Prozess online und digital.

Tech4Good, alles gut? Leider nicht ganz

Tech4Good, alles gut? Leider nicht ganz. Denn wie alle anderen Sozialunternehmer*innen benötigen die Akteure im Sektor strukturellen Support. Zahlen machen das deutlich, wie aus unserem globalen Impact Report (2018) hervorgeht: 66 Prozent aller Social Entrepreneurs brauchen Unterstützung im Gewinnen neuer Kunden sowie User und sogar 72 Prozent benötigen Zugang zu Arbeitsplätzen und Software.

 

Gut ist, dass sich hier einiges in der Szene bewegt. So hat Microsoft gerade das Global Social Entrepreneurship-Programm in Deutschland gestartet, das Tech4Good-Startups in genau den oben genannten Punkten unterstützt: Zugang zu Microsoft-Technologie und Go-to-Market-Unterstützung in der Vermittlung neuer Partner und Kunden.

 

Auch wenn also die Tech4Good-Bewegung langsam im gesellschaftlichen Mainstream ankommt: Support für Sozialunternehmer ist aktuell wichtiger denn je. Unser Fazit: Tech4Good? Weiter, so!

 

*Ironischerweise musste der Autor diesen Blog-Artikel zweimal schreiben, da durch einen Synchronisationsfehler mit der Cloud der Artikel beim ersten Versuch komplett gelöscht wurde.

 

Wer mehr zum Thema Tech4Good und den Bedarfen von Sozialunternehmer*innen erfahren möchte: Am 25. Juni um 17:00 Uhr spricht unsere Mitgründerin Nele Kapretz zum Thema im Dialog mit Robert Heinecke (CEO und Mitgründer von Breeze Technologies) und Andrew Macadam (Western Europe Managing Director for Startups bei Microsoft). Anmeldung und weitere Informationen hier. (Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.)

 

Auf der Programmwebsite finden interessierte Bewerber*innen alle notwendigen Informationen, Anforderungen und FAQ zum Microsoft Global Social Entrepreneurship-Programm. Hier könnt ihr mehr zu Microsofts sozialem Engagement nachlesen und wer bereits von dem Angebot profitieren konnte.

Sind Sie daran interessiert, mehr über Partnerschaften mit Impact Hub Berlin zu erfahren? Melden Sie sich via [email protected], um mehr zu erfahren.

Dieser Blog-Artikel ist Teil einer vierteiligen Serie zum Microsoft Global Social Entrepreneurship Programm, ein Subprogramm von Microsoft for Startups, das durch Impact Hub Berlin als Community Partner unterstützt wird. Lesen Sie Teil eins hier.

 

Breeze Technologies ist ein führender Anbieter von modernen Luftqualitätssensoren, -daten und -analysen. Mit Hilfe des Internets der Dinge und Künstlicher Intelligenz hilft das Startup Unternehmen und Städten, bessere Luftreinhaltepläne zu entwickeln und eine lebenswertere Umwelt zu schaffen. Das Team wurde 2015 gegründet und unter anderem im EU-Parlament als eines der vielversprechendsten europäischen Startups gewürdigt und erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen. Die Gründer Robert Heinecke und Sascha Kuntze wurden als „Forbes 30 Unter 30“ gelistet.

 

Impact Hub Berlin: Was hat dich motiviert Breeze Technologies zu gründen?

 

Robert Heinecke, CEO: Im Winter 2014 habe ich in Istanbul gearbeitet und war zum ersten Mal mit einer wirklich schlechten Luftqualität konfrontiert. Die Lage war damals so prekär, dass man nicht einmal über den Bosporus von der einen auf die andere Stadtseite sehen konnte. Gleichzeitig hatte die Politik keine passende Strategie um das Problem einzugrenzen und anzugehen.

 

Ich hab mich dann damals zum ersten mal mit Smog beschäftigt und über welche Strategien Städte überhaupt zur Smogvermeidung verfügen.

 

Ich hab mich dann damals zum ersten mal mit Smog beschäftigt und über welche Strategien Städte überhaupt zur Smogvermeidung verfügen. Wir haben uns dann die Problematik genauer angesehen und festgestellt, dass die Messtechnik und Datenverarbeitung aus Paradigmen der 1960er und 1970er stammt. So kam eins zum anderen und Breeze Technologies wurde geboren.

 

Im ersten Schritt helfen wir jetzt den Städten Daten zu schaffen um Luftreinhaltung zu betreiben. Im zweiten Schritt unterstützen wir die Behörden auch zu verstehen, welche Maßnahmen wirklich helfen, um die Luftqualität zu verbessern.

 

Bildrechte: Breeze Technologies

 

Mit Breeze Technologies zeigt ihr par excellence wie Technologie ökologischen Impact erzeugen kann. Was war denn zuerst? Die Passion für Technologie oder die Motivation einen wirkungsvollen Beitrag zum Klima zu leisten?

 

Diese Unterscheidung ist eigentlich gar nicht so klar voneinander trennbar. Ich und meine Mitgründer kamen auf jeden Fall eher aus einem technologischen bzw. Informatik-Hintergrund an die Sache. Und so kam dann eins zum anderen. Die Impact-Motivation bestand aber von Anfang an und wir sind ja auch erstmal vom Problem ausgegangen. Die Technologie hat uns einfach ermöglicht hier in die Richtung saubere Luft zu arbeiten.

 

Ihr seid auch Teilnehmende beim Microsoft Global Social Entrepreneurship Programm. Wie hilft euch diese Partnerschaft?

 

Mit Microsoft als Partner verbindet uns schon eine längere gemeinsame Geschichte. Wir waren bereits Teilnehmende beim AI for Earth Programm und aktuell hat uns Microsoft unterstützt, ein Showcase Projekt in Hamburg aufzusetzen: Hier können wir unser Produkt live in der Praxis zeigen. Was besonders interessant und nützlich ist für uns, sind natürlich die Azure-Cloud-Services, auf der wir unsere künstliche Intelligenz weiterentwickeln konnten.

 

Das Microsoft Global Startup Programm hilft uns jetzt den nächsten Schritt zu gehen

 

Das Microsoft Global Startup Programm hilft uns jetzt den nächsten Schritt zu gehen: Microsoft hat sehr viele Kontakte zu Unternehmen und Städten weltweit – hier versuchen wir gerade zu erarbeiten, wie wir auch zusammen in der Kundenansprache als ein Team auftreten können. In den letzten Wochen sind auch noch mehr Benefits hinzugekommen wie die Power BI Software oder das Entwicklertool GitHub.

 

Was denn war euer größter Fuck-up auf und was könnt ihr anderen Teams raten?

 

Unsere größte Erkenntnis ist fast schon ein no-brainer: Anfangs haben wir sehr viel Zeit in die Kundenakquise gesteckt, die Betreuung unserer Kunden aber viel zu vernachlässigt. Mit dem Ergebnis, dass wir dann viele Partner nach Ablauf der ersten Verträge wieder verloren haben.

 

Bildrechte: Microsoft

 

Den Kundenkontakt zu halten hat sich als das A und O bei uns herausgestellt. Daher: Investiert so früh wie möglich in Kundensupport! Wir haben schließlich Hannah eingestellt, die sich als Head of Operations darum kümmert, dass alle glücklich sind. Kundenbetreuung frisst natürlich Zeit, zahlt sich aber definitiv um Up-Selling wieder aus. Außerdem bekommen wir unheimlich viel Feedback, das unser Produkt immer besser macht.

 

Zebra oder Einhorn?

 

Wir haben von Anfang kein Wagniskapital über VCs eingesammelt und sind trotzdem 150-200 Prozent jährlich gewachsen. Damit geht es uns auch aktuell noch immer gut. Wir planen gerade viel in die EU und auch darüber hinaus zu expandieren. Im Moment entwickeln wir auch noch ein Buschfeuererkennungs-Projekt in den USA, das ist sehr spannend. Luftverschmutzung zu vermeiden und eine lebenswertere Umwelt zu schaffen, das steht bei uns nach wie vor im Mittelpunkt. Und ansonsten sind uns Zebras eindeutig sympathischer als Einhörner.

 

Vielen Dank für das Interview! Unsere Empfehlung: Besucht das Breeze Technologies Luftqualitäts-Bürgerportal.

 

Auf der Programmwebsite finden interessierte Bewerber*innen alle notwendigen Informationen, Anforderungen und FAQ zum Microsoft Global Social Entrepreneurship-Programm. Hier könnt ihr mehr zu Microsofts sozialem Engagement nachlesen und wer bereits von dem Angebot profitieren konnte.

Sind Sie daran interessiert, mehr über Partnerschaften mit Impact Hub Berlin zu erfahren? Melden Sie sich via [email protected], um mehr zu erfahren.

Dieser Blog-Artikel ist der Auftakt einer vierteiligen Serie zum Microsoft Global Entrepreneurship Programm: Das Microsoft Global Social Entrepreneurship-Programm ist ein Subprogramm von Microsoft for Startups, das durch Impact Hub Berlin als Community Partner unterstützt wird. Lesen Sie Teil zwei hier.

 

In den letzten zwei Monaten sprossen Hashtags wie #gemeinsamstark wie Pilze aus dem Boden. Nach und nach verschwinden diese nun wieder aus dem medialen Bild und auch das Alltagsleben nimmt wieder seinen gewohnten Gang. Zumindest könnte man das denken, wenn man an einem fast schon sommerlichen Tag wie heute durch Deutschlands Großstädte spaziert. Ein trügerisches Bild.

 

Denn bei genauer Betrachtung erschließt sich leider ein gegenteiliges Bild. Gerade den Sektor der Sozialunternehmen hat die Krise bereits schwer erfasst: Laut den Ergebnissen der neuesten Umfrage des Social Entrepreneurship Netzwerks Deutschlands (SEND) ist das Überleben von knapp 46% aller Sozialunternehmen über das nächste halbe Jahr hinaus bedroht.

 

In unseren Augen äußerst alarmierend.

 

Partnerschaften sind der Weg zum Erfolg – are you ready to partner up?

 

Bereits seit einiger Zeit verfolgen wir vom Impact Hub Berlin in unseren Programmen den Ansatz der “Partnership-Readiness”. Betrachtet man das generelle Ziel der meisten Accelerator-Programmen auf dem deutschen Markt stechen zwei große Ziele hervor: Investment-Readiness und Skalierung. Das bedeutet teilnehmende Teams werden darauf getrimmt, möglichst schnell möglichst viel Investment einzufahren um möglichst groß national oder bestenfalls global zu skalieren. Money is key.

 

Natürlich sind finanzielle Ressourcen wichtig, aber genauso bedeutend sind Skills und Netzwerke. Partnership-Readiness vereint all das und befähigt Zebras zu weit mehr als nur finanzielle Ressourcen einzustreichen. Partner, das können Kunden sein, Pilotpartner, Forschungspartner, Netzwerkpartner, aber auch Angel Investoren und Konzerne. Habe ich bereits Kunden an Bord, kommen auch Investoren leichter an Deck. Kollabiere ich mit vermeintlichen Konkurrenten, vergrößert sich mein Zielmarkt.

 

Bilde ich starke Allianzen mit anderen, maximieren wir den Impact und überleben gemeinsam auch Krisen.

 
Corporate Partnerships unterstützen Social Entrepreneurs

 

Umso wichtiger sind Angebote von Corporates, wie das neue Microsoft Global Social Entrepreneurship Programm. Mit dieser Initiative unterstützt der Tech-Gigant in Deutschland nun auch Sozialunternehmer*innen. Tech4Good-Initiativen profitieren dabei von finanziellen Ressourcen, vom Zugang zu Microsoft-Technologie, von Expertise im Cloud-Computing und Support im Vertrieb. Darüber hinaus eröffnet Microsoft den Kontakt zu anderen großen Nichtregierungsorganisationen.

 

Gerade für early-stage Startups, ob non- oder for-profit, ist das ein attraktives Angebot, da Ressourcen und Netzwerke vor allem am Anfang aller unternehmerischen Reisen knapp sind. Insbesondere in Krisenzeiten. Sicherlich sind diese Angebote nicht der Weg aus einer Krise, aber Schritte auf dem Weg dahin.

 

Und nur ein Beispiel wie Allianzen aus Startups und Corporates sich gegenseitig ergänzen können, damit sich Sozialunternehmer*innen auf ihre Kernmission konzentrieren können: Impact.

 

 

Auf der Programmwebsite finden Interessierte Bewerber*innen alle notwendigen Informationen, Anforderungen und FAQ zum Microsoft Global Social Entrepreneurship-Programm. Hier könnt ihr mehr zu Microsofts sozialem Engagement nachlesen und wer bereits von dem Angebot profitieren konnte.

Sind Sie daran interessiert, mehr über Partnerschaften mit Impact Hub Berlin zu erfahren? Melden Sie sich via [email protected], um mehr zu erfahren.